Die Reitweise

Die Wurzeln des Westernreitens reichen zurück zu den mexikanischen und kalifornischen Vaqueros und von dort weiter zurück zur barocken Reitweise der spanischen Conquistadores, die aus dem Adel und dem Militär europäischer Höfe entstammten. Die einhändige Reitweise mit feinsten Gewichts- und Schenkelhilfen wurde bei der Ausbildung der Kinder ebenso ernst genommen wie Lesen oder Schreiben.

Somit ist die klassisch-barocke Reitweise dem Westernreiten viel näher verwandt, als die sogenannte „klassische“ englische Reitweise, die erst nach 1815 aus England nach Europa kam.

Einhändig wird diese Art zu reiten praktiziert, weil ein Gebrauchsreiter die freie Hand zum Arbeiten benötigt. (In der militärischen Variante für seine Waffe). Meine friedlichen Freunde aus Andalusien halten mit der freien Hand zeitweise auch ihr Sherryglas...

Es gibt einige Unterschiede zwischen der feineren Altkalifornischen Reitweise und dem modernen Westernreiten.

Ein dreijähriges Pferd das zugeritten werden soll, ist normalerweise im Zahnwechsel. Da die Vaqueros immer Wert auf ein besonders empfindsames Pferdemaul gelegt haben, also auf Pferde die man (natürlich ohne Anlehnung) mit dem leichtesten Klingeln der Zügel aufmerksam macht, wären sie nicht im Traum auf die Idee gekommen, einem Jungpferd mit Zahnschmerzen ein Eisen ins Maul zu schieben und daran zu ziehen.

Es wird also auch bei uns mit der traditionellen Hackamore (Rohhautbosal und Mecate) eingeritten und damit werden auch die nächsten zwei Jahre trainiert. Um die Tiere zu gymnastizieren und dazu zu bringen, die Hinterhand unterzusetzen wird auf die Seitengänge Wert gelegt. Ehe die nicht sitzen (dabei meine ich nicht einfaches Schenkelweichen oder „Two Track“, sondern Schulterherein, Travers usw. ) darf nicht galoppiert werden

Auch bei den Gewichtshilfen gibt es Unterschiede. Wir verlagern das Gewicht nicht, indem wir das Hinterteil im Sattel verschieben, sondern geben die feinen Hilfen durch Druck in den Steigbügel. Während im modernen Westernreiten bei manchen Übungen das Gewicht entgegen der Pferdebewegung verlagert wird, bleiben wir bei der Lehre der alten Meister und bilden die Pferde so aus, dass sie immer unter das Gewicht des Reiters gehen.

Wer mehr über die Vaqueros erfahren will, findet in der Rubrik Literatur einen Auszug aus Arnold Rojas Buch "Das waren die Vaqueros" sowie meinen Bericht für das "Magazin für Amerikanistik" (Ausgabe 02/2002) "Die Geschichte Kaliforniens und seiner Vaqueros".

Selbstverständlich reiten meine Schüler (die meisten trauen sich das zu) auch ohne Sattel und / oder Zaumzeug. Mit einem Ring um den Hals des Pferdes oder nur einem Zügel (= Führstrick am Stallhalfter) kann sich jeder selbst auf die Probe stellen, ob er „Neck Reining“ und Reiten mit körperlichen Einwirkungen beherrscht.

Andere Tests für einhändiges Reiten gibt es genug. Zum Beispiel das Mitführen eines Handpferdes. Das hat bisher fast jeder Schüler im Trab (Jog!) nach der zehnten Stunde geschafft

Warum „Kalifornische Horsemanship“?

Kalifornischer Vaquero – texanischer Cowboy zwei verschiedene Welten

„Die meisten Texas Cowboys hatten keine Lust auf vorbereitende Bodenarbeit mit jungen Pferden.
Sie zogen es vor, drauf’ zu steigen und das Training im Reiten zu vollziehen.
Als guter Cowboy galt derjenige, der sich auf dem Pferderücken halten konnte, egal wie stark das Pferd buckelte und versuchte ihn abzuwerfen.
Die Vaqueros dagegen verbrachten eine Menge Zeit damit, ihre jungen Pferde vom Boden aus zu trainieren.
Einen guten Californio konnte und kann man auch heute noch daran erkennen, dass er ein junges Pferd bis zum Stangengebiss ausbilden kann, ohne dass es jemals gebuckelt hat.“

Modern Vaquero

 

Reitausbildung zum Altkalifornischen Reiten auf der "Ranch"

Zielsetzungen, was wollen wir gemeinsam erreichen?

Sicherheitsregeln (für Anfänger)
Vertrauen zum Pferd (für Anfänger) (keine Angst mehr, aber Respekt)
TTouches nach Linda Tellington
Maularbeit

 

Dominanz über das Pferd, Bodenarbeit: mit dem Seil nach Pat Parelli
Longieren ohne Leine
Rückwärtsrichten
Seitengänge
Sicherheitsgefühl auf dem Pferd, (für Anfänger) mit Sattel und Hackamore
Geradeausreiten im Schritt
„Sich vom Pferd mitnehmen lassen“
Stop und go
Rückwärts,
Als Beispiel für „Druck“: Volltraverse

Unabhängiger Sitz

Gebrauchsreitersitz, abgekipptes Becken, (für Anfänger und Umsteiger)

Neck Reining, Richtungsänderungen, Ecke durchreiten, Slalom, Zirkel

„Das Pferd weicht dem Druck“
„Das Pferd geht unter das Gewicht“
Ohne Sattel, ohne Zaumzeug: Halsring ein Zügel
Hackamorereiten zweihändig
Hackamorereiten einhändig

Jog freihändig an der Longe, Sitz, Gewichtsverteilung

Schritt und Jog, speed control

Geschicklichkeitsübungen.

zweihändig Stangen „L“
Stangen „U“
Stangenmikado
einhändig Brücke öffnen
Tennisball
Handpferd
Flagge / Lanze

 

Seitengänge  "Two Track": (Schulterherein, „Travers“, Traversale)
Hinterhandwendung klassisch und als „rollback“
Galopp Rechts-, Linksgalopp, Galoppwechsel
Umstellung auf doppelt gebrochene Trense bzw. Stangengebiss